Hast du deinen inneren Rebellen schon kennen gelernt? Wenn nicht, dann ist es eine gute Idee, dich jetzt auf den Weg zu machen…. eine spannende Begegnung wartet auf dich.

Wir alle haben das Rebellen-Gen in uns. Es macht sich spätestens in der Trotzphase bemerkbar. Dort beginnt es mit nicht enden wollenden Wutanfällen… es geht weiter in der Pubertät mit „alles beknackt finden“, was die Eltern so erzählen, tun etc….

All das hat einen Sinn. So unangenehm es zuweilen in Erscheinung treten mag, wir brauchen das Rebellen-Gen. Es ist wichtig, um neue und andere Wege zu gehen, als die, die uns beigebracht wurden. Um über die Entwicklung unserer Eltern und der Zeit, in der wir am stärksten konditioniert wurden hinauszuwachsen. Um die Autoritäten, die Einfluss auf unser Leben hatten und haben zu hinterfragen.

Die können uns eine Struktur mitgeben, aber hängen bleiben wollen wir da nicht. Denn in der Regel möchten wir wachsen und uns entwickeln.

So ist der Rebell eine innere Kraft, derer wir uns bewusst sein möchten. Denn wir brauchen sie für unser gesundes Selbstwertgefühl, für unsere Selbstentfaltung, vitale Lebenskraft und Resilienz.

Wie kann es aussehen, wenn wir unsere Rebellenkraft verleugnen?

Da gibt es mehrere Modelle:

Modell I – Du ignorierst dein Rebellen-Gen und unterwirfst dich dem Weltbild anderer.

Du lebst ein Leben ähnlich dem deiner Eltern; du lebst das Leben, das uns unsere Gesellschaft als Ideal vorgibt; du übst den Beruf aus, den du als solide und wirtschaftlich funktional ansiehst….

Du fragst nicht: Wie sieht es wirklich in mir aus? Was ist es, was mich erfüllt? Habe ich wirklich den Kinderwunsch, oder ist es der gesellschaftliche Druck, der mir vorgibt, ohne Kinder kein erfülltes Leben zu haben? Will ich solide in der Bank arbeiten oder will ich Daytrader sein? Will ich Ärztin sein oder interessiert mich darüber hinaus bedeutend mehr, was hinter dem physisch-mental-emotionalen Bereich liegt?

Möglicherweise erwägst du nicht einmal, dass du jedes Recht hast, dein Leben deiner eigenen Selbstentfaltung zu widmen (wovon übrigens immer andere ebenfalls profitieren). Usw.

Will sagen: Dir ist nicht bewusst, dass du mittlerweile selbst die Autorität bist und dein Leben unabhängig von vorgegebenen Modellen gestalten kannst.

Modell II – Du wendest dein Rebellen-Gen gegen dich selbst.

Das kann passieren, wenn die innere Stimme, von dir unbemerkt, flüstert: Von denen lass ich mir doch nichts sagen! „Die“, das sind die Autoritäten. Und jetzt bist du es.

Das sind die Erzieher, die dich zur Ordnung angehalten haben und bei dir ist es jetzt prinzipiell unordentlich. Die Eltern, die dich vor allem wahrgenommen haben, wenn du gute Noten hattest und gegen die du jetzt rebellierst, indem du durch sämtliche Prüfungen fällst. Das sind die übergeordneten Personen, gegen deren Perfektionismus du aufbegehrst, indem dein Körper alles andere als perfekt funktioniert, also krank ist…

Wie gesagt, letztendlich und fatalerweise ist es deine eigene Autorität, gegen die du dich auflehnst.

Die möchte zum Beispiel, dass du dich gesund ernährst und 10 kg abnimmst, aber du boykottierst sie, indem du ständig Süßigkeiten ist…. Oder, du willst ein Projekt durchziehen, trittst jedoch auf der Stelle und schaust Netflix-Serien…. Oder du wehrst dich dagegen, erfolgreich zu sein = erfolglos:

Von der lass ich mir doch nix sagen!

Noch eine Variante: Du rebellierst dermaßen krass gegen andere Autoritäten, dass du dir selbst schadest und keinen gewünschten Effekt erzielst, falls überhaupt einer geplant war.

Und auch für dieses Modell gilt: Dir ist nicht klar, dass du mittlerweile selbst die Autorität bist und dein Leben unabhängig von vorgegebenen Mustern und alten Erfahrungen gestalten kannst. Und, dass Autorität etwas Starkes und Konstruktives ist, je nach dem, wie (bewusst) du damit umgehst.

Was nun ist zu tun?

Wenn du Achtsamkeit für deinen Rebellen entwickelst, dann bemerkst du, wie es gerade um ihn bestellt ist. Hat er sich vergraben und aufgegeben? Hat er es sich bequem gemacht und schnarcht vor sich hin? Ist er dabei, dein Leben zu zerstören oder Teilbereiche davon oder es zumindest schwierig zu machen?

Gib Fragen in den Äther:

  • Wo ist mein Rebell?
  • Was tut er gerade?
  • Ist er konstruktiv?
  • Ist er destruktiv?
  • Wobei könnte er mir momentan auf die Sprünge helfen?
  • Was braucht er von mir?
  • Wie kann ich bewusst mit ihm umgehen für mehr Individualität, Kreativität und Lebenskraft?


Wir befinden uns in einer Zeit radikaler Wandlung. Das betrifft alle Ebenen.

Du brauchst deinen Rebellen, um neue Wege zu finden und zu gehen. Du brauchst ihn, um ungeahnte, unkonventionelle und kreative Ideen zu entwickeln, und dich in Bereiche führen zu lassen, die dir bis dahin verschlossen waren.

Du brauchst ihn auch, um zu zerstören, nämlich das, was nicht mehr tauglich für dich ist.

Mach‘ ihn zu deinem Freund.

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