
In der Weihnachtszeit habe ich ein schlichtes Wort für mich wiederentdeckt.
Auf der Suche nach Weihnachts/Neujahrswünschen, die sich ein wenig vom Üblichen unterscheiden, habe ich es gefunden.
Es ist das Wort "gut".
"Frohes Fest und gute Tage" schrieb ich.
Beim ersten Formulieren dachte ich, das ist wirklich kein prickelnder, sexy Wunsch.
Da muss doch mehr her. So etwas wie "prachtvoll", "besinnlich", "großartig"….
Alles schöne Worte, die ich durchaus schätze.
Auf den zweiten Blick fühlte sich mein Segen jedoch richtig gut an.
Das Wort "gut" hat etwas zutiefst Beruhigendes und Bodenständiges.
In einer Welt, die oft von Superlativen und Übertreibungen beherrscht wird, trägt "gut" kraftvolle Leichtigkeit in sich.
Es bringt Dinge auf den Punkt, ohne in die extreme Rhetorik abzutauchen.
Es scheint schlicht, wenn man gewohnt ist, überspitzt zu formulieren.
Es ist wunderbar, wenn man es in seiner Tiefe betrachtet.
Die von mir sehr geschätzte Catherine Ponder nutzt "gut" häufig in ihren Affirmationen, weil es eine universelle, ja zeitlose Qualität in sich trägt.
Es schwingt auf einer ruhigen und starken Frequenz.
In der Einfachheit des "Guten" liegt eine Kraft, die Klarheit und Zufriedenheit in uns hervorruft.
"Gut" ist keine Blase, die platzt, sobald wir sie zu stark anpusten – es ist stabil. Echt. Verlässlich.
Inmitten der vielen lauten Worte und Bilder, die uns tagtäglich bombardieren, lädt uns dieses kleine Wort ein, innezuhalten und nachzuspüren.
Es erinnert daran, dass nicht alles spektakulär sein muss, um stimmig zu sein.
Warum also das Wort "gut" schätzen? Weil es uns daran erinnert, dass wir nicht das "Größte", "Mega", "Grandiose" brauchen, um in Einklang mit uns zu sein.
Und noch etwas hat mich berührt:
Im Englischen ist "good" nur ein Hauch weit von "god" entfernt. Ja und im Deutschen so ziemlich auch.
Damit lasse ich es jetzt gut sein.
